25. Weltklimakonferenz: Bittere Enttäuschung

SMA Weltklimakonferenz

Zwei Wochen Verhandlung. Zwei Tage Verspätung. Null Ergebnis. Das ist für mich das Fazit der 25. Weltklimakonferenz in Madrid. Insgesamt eine bittere Enttäuschung. Nicht nur für all diejenigen, die dieses Jahr weltweit für die Rettung des Klimas auf die Straßen gegangen sind.

Die Chance, den Klimaschutz voranzubringen ist – wieder einmal – vertagt worden. Nach der Weltklimakonferenz in Madrid ist vor der Weltklimakonferenz in Glasgow. Es ist weder gelungen, wesentliche Fortschritte beim internationalen Handel mit Verschmutzungsrechten zu erzielen, noch sagten die Industriestaaten zu, ihre Klimaschutzziele zu intensivieren, bevor sie offiziell 2020 in Kraft treten, wie es im Pariser Klimaabkommen vereinbart wurde.

Enttäuschung für Millionen Menschen

Das ist ein herber Schlag für alle Initiativen, Organisationen, Regierungen und Staatengemeinschaften, die in diesem Jahr vorangegangen sind und den Rahmen von COP25 genutzt haben, um rund um den Globus lautstark und nachdrücklich eine Verstärkung der Klimaschutzaktivitäten zu fordern.
Dazu gehört auch der Green Deal der Europäischen Union, initiiert von der neuen EU-Kommission unter der Leitung von Ursula von der Leyen. Einen Tag vor der eigentlich geplanten Abschlusserklärung der Weltklimakonferenz in Madrid hatten sich 26 Länder der EU verpflichtet, bis 2050 klimaneutral zu sein. Nur Polen schließt sich aufgrund seiner offenbar allzu großen Abhängigkeit von der Kohle nicht an. Damit ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gemacht, der allerdings nur ein Anfang sein darf. Dabei kann und sollte die Solarenergie als kostengünstigste und vielseitigste Energiequelle eine zentrale Rolle für die europäische Energiewende spielen.

Amerika will weiter dabei sein

America’s Pledge“ heißt die Initiative von US-Staaten, Kommunen und Unternehmen, die sich nicht mit der Klimapolitik der Trump-Administration abfinden wollen. Michael Bloomberg, möglicher Kandidat der Demokraten für die US-Präsidentschaftswahl, unterstrich anlässlich einer Diskussion zum Klimaschutz, die die spanische Regierung organisiert hatte, dass sich die USA engagiert weiter gegen den Klimawandel einsetzen werden. Trotz der Äußerungen Donald Trumps, der wiederholt betont hat, der Klimawandel sei reine Erfindung, und den Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt hat.

Wir müssen weitermachen

Das Ergebnis, das in Madrid erzielt wurde, kann niemanden zufriedenstellen. Die Vertagung der wichtigen Entscheidungen ändert nichts daran, dass wir handeln müssen. Und zwar jetzt. Noch gibt es eine Chance, das 1,5 Grad-Ziel vielleicht doch noch gemeinsam zu erreichen. Ich wünsche mir, dass die weltweiten Proteste zum Schutz des Klimas nicht nachlassen. Deutschland muss dabei weiter eine Vorreiterfunktion einnehmen.

In der Wissenschaft sind die Experten längst überzeugt, dass der Klimaschutz höchste Priorität hat und endlich konkrete, weltweit gültige Maßnahmen durchgesetzt werden müssen. Jetzt muss auch die Wirtschaft nachziehen und Klimaschutz und nachhaltiges Handeln als Chance anerkennen und nicht als Herausforderung. Wir dürfen uns jetzt nicht entmutigen lassen und müssen auf allen Ebenen und über alle Grenzen hinweg zusammenarbeiten.

 

Hier schreibt SMA Vorstandssprecher Jürgen Reinert über Themen, die ihn bewegen.

Hier schreibt SMA Vorstandssprecher Jürgen Reinert über Themen, die ihn bewegen.

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