Experiment: Frauenpower in der Produktion

Dieser Artikel erschien 2012. Die Tipps und Techniken können möglicherweise veraltet sein.

Wie ist es für eine kaufmännische Auszubildende, in der Produktion zu arbeiten?

Genau mit dieser Frage begann mein Experiment. Der Plan, als angehende Kauffrau für Bürokommunikation einmal zwei Tage in die Produktion reinzuschnuppern, war schnell in die Tat umgesetzt und ehe ich mich versah, war es Montagmorgen.
Den ersten Schock bekam ich, nachdem mein Wecker mich um halb fünf weckte und ich mich fragte, ob die Nacht jetzt wirklich schon zu Ende sei? Nach einem kurzen Blick auf meine Uhr war schnell klar – jetzt aber flott, in der Produktion ticken die Uhren anders. 😉

Fertigungsboard ?

Noch etwas verschlafen kam ich in meinem neuen Arbeitsbereich „Off-Grid Solutions“ an. Auf der Suche nach meiner Betreuerin folgte schon eine Erkenntnis. Mir war vorher gar nicht bewusst, dass ich die kommenden zwei Tage wohl mit 95% von Männern zu tun haben werde.
Nun war es Punkt 6 Uhr und alle Mitarbeiter versammelten sich am sogenannten „Fertigungsboard“.
Was ist unser Ziel am heutigen Tag? Wer ist für was heute zuständig? All diese Fragen werden durch einen Aushang am Fertigungsboard geklärt.

Vormontage Display

Hier habe ich die Tasten für den Wechselrichter zusammen gebaut.

Mein Aufgabenfeld

Ich war nun mit einer Kollegin für die Fertigung zuständig. Unser erster Weg führte uns jedoch zu der ESD-Überprüfungsstation. Schuhe und ESD-Band werden hier auf ihre Erdung getestet. Meine erste Aufgabe war die Vormontage einer Trägerplatte. Ab diesem Zeitpunkt wurde mir klar, dass das in den nächsten Tagen noch spaßig werden wird. Denn das Arbeiten mit einem Schlagschrauber zählte normalerweise nicht zu meinen Aufgabenbereich, demnach fiel es mir auch echt schwer. Mit solch großer Kraft hatte ich nicht gerechnet und das Bauteil flog deshalb erst mal im hohen Bogen über den Arbeitsbereich 🙂 Da war das Klischee „Frauen und Technik“ mal wieder belegt.
Aber auch das Bestücken einer Platine und die Vormontage für das Display standen auf meiner To do-Liste. Nach der Mittagspause wiederholten sich nun die Arbeiten und da dachte ich, dass das eine große Herausforderung für mich sein wird, Tag für Tag ähnliche Aufgaben durchzuführen. Gerade die Abwechslung in meiner jetzigen Abteilung „Employer Branding“ habe ich sehr geschätzt. Trotzdem war es klasse, dass ich voll mit anpacken konnte und am ersten Tag schon richtig viel geschafft habe. Das frühe Aufstehen hatte sich spätestens dann gelohnt als um 14 Uhr der Feierabend eingeläutet wurde.

Bestückung von Platinen

Jetzt bestücke ich die Platinen.

Tag 2

Tag zwei in meinem Experiment begann genauso aufregend wie der Erste. Die Kollegen empfingen einen morgens – die Betonung liegt auf sechs Uhr – immer freundlich und mit Energie im Überfluss. Das hat mich echt beeindruckt.
Mit Sicherheitsschuhen, ESD-Kittel und ESD- Band bewaffnet ging es wieder ans Werk.
Um die Mittagszeit wechselte mein Arbeitsplatz in den Versand. Nun hatte ich die Möglichkeit auch noch eine zweite Abteilung im Off-Grid kennenzulernen. Beeindruckend war für mich, welch körperlichen Anstrengungen man dort ausgesetzt ist. Dem Kollegen und mir wurde sehr schnell klar, dass das Stapeln der Kartons nicht unbedingt in meinen Aufgabenbereich fallen sollte ;). Das Verpacken der Europaletten war dann schon eher nach meinem Geschmack, obwohl meine erste versandbereite Palette nicht unbedingt den Schönheitspreis verdient hatte. Gespickt mit vielen interessanten, spannenden Erfahrungen und Ideen für meinen ersten Blogbeitrag machte ich mich auf den Heimweg.

Abschließend lässt sich sagen, dass mir die Aufgaben trotz mancher Pannen echt Spaß gemacht haben. Die Kollegen haben mich super bei sich aufgenommen. Dass ich für meine zwei Arbeitstage einen eigenen Haken mit meinem Namen für meinen Kittel bekommen habe, gab mir das Gefühl des Wohlfühlens.
Das Experiment ist geglückt!

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